"Aulas democraticas" - Lernentwicklung

"Aulas democraticas" - Lernentwicklung

Die Schulkultur, das Verständnis wie unterrichtet werden soll ist in den Schulen in denen Aynimundo arbeitet meilenweit entfernt von unserer Auffassung was Unterrichtsmethoden und Kommunikation betrifft .

Die pädagogische Arbeit von Aynimundo in Schulen und Gemeinden hat deshalb vor allem zum Ziel, den sozialen Umgang zwischen Menschen zu verbessern. Gerufen wurde Aynimundo von Schulen, in denen viel Gewalt herrscht. Diese ist allgegenwärtig: in vielen Familien, im Quartier, unter Kindern, aber auch zwischen Lehrkräften und Schülern.

 

Aynimundo arbeitet seit vier Jahren, inzwischen in 3 Schulen, mit dem Förderprogramm „Aulas Democraticas“

Zwei Förderlehrer arbeiten direkt in den Klassen und mit den Lehrkräften.

 

„Das peruanische Gesetzt fordert eine Neuorientierung im Bildungswesen, die Gesellschaft wünscht diese dringend. Es fehlt jedoch an praktischer Erfahrung und Umsetzung neuer Ideen in Familie und Schule.

Es geht darum, den vertikalen, autoritären Erzeihungsstil umzuwandeln in einen horizontalen Umgang, wo mehr Menschlichkeit, Wärme und Gefühl Platz haben. Es soll ein Klima geschaffen werden wo der Schüler, in Begleitung des Lehrers aktiv forschen, selber denken und verantwortlich handeln lernt..... Weg vom reinen Wissen vermitteln, passivem Aufnehmen und sturem Wiedergeben!“

(Auszug aus der Dokumentation „Esquela democratica e inclusiva“ von César Quintana Leiter des Förderprogramms)

 

Kinder sind ja in der Regel offen für Neues, besonders, wenn es Spass macht und in einem Klima von Vertrauen stattfindet. Mit Geschichten und künstlerischen Aktivitäten hat der Förderlehrer von Aynimundo rasch ganze Klassen begeistert und neue Umgangsformen einführen können..

 

Schwerpunkte sind:

- alle Kinder sollen am Unterricht teilnehmen (auch Schwächere)

- ethisches Verhalten, friedliches Zusammenleben, Austausch von Sorgen und Nöten - Streitigkeiten friedlich lösen

- menschliche Werte, wie Freiheit, Würde, Wahrheit, Gerechtigkeit im täglichen Leben

- Kinder lernen sich kennen, lernen sich annehmen, lernen die anderen so zu nehmen, wie sie sind

- der Erwachsene ist Freund, Führer und Vorbild sowie Ratgeber bezüglich Verhalten und Lernen

- die Entwicklung des Kindes steht im Vordergrund, nicht die Schulung im akademischen Sinn

 

Methodisches:

Kunstunterricht: Raum für freien Ausdruck, Phantasie, Kreativität – erfordert auch zusammen zu arbeiten, zu teilen, sich zu organisieren (Kinder malen zusammen ein Bild)

- Schönheit, Spontaneität und Phantasie bekommen Wert

 

Mathematik: von langweiligem Auswendiglernen, ermüdendem Repetieren zu Methoden, wo analysiert, ausprobiert, angewendet wird, durch Aufgaben, die Bezug zur Realität haben.

 

 

Sprachunterricht: mit Geschichten und Gesprächen wird Soziales und Emotionales gefördert und geübt. Durch schreiben einfacher Gedichte und Texte wird der tiefe Selbstwert vieler Kinder verbessert.

 

Die Klassenstunde (neu) wo Schüler und Lehrer auf gleicher Ebene diskutieren führt zu einer „Demokratisierung“ des Unterrichts.

 

Das sind hohe Anforderung an Lehrkräfte, die den staatlichen Lehrplan erfüllen müssen, die mit Eltern zu tun haben, die solche sanfte Methoden nicht verstehen, weil sie Kinder mit Prügelstrafen erziehen und selbst in einem Klima der Gewalt aufgewachsen sind.

Voraussetzung ist, dass die ganze Schule vom Direktorium über die Lehrerschaft bis zu den Eltern mitmacht.

Deshalb fördert Aynimundo auch die Elternarbeit (Worshops, Elternabende) in den betreffenden Schulen.

Teamarbeit bringt den Erfolg!

„Autocapacitcion docente“ (Selbstweiterbildung der Lehrer)

Parallel zu der Arbeit in den Klassen findet regelmässig Lehrerweiterbildung statt. Sodass, wenn sich Aynimundo wieder zurückzieht – was beabsichtigt ist – die Mitarbeiter fähig sind die Schulentwicklung selber weiter zu führen.