armut in schulen

armut in schulen

Was ist eine „arme Schule“?

Wie kann ihr geholfen werden?

 

In der Schule „Villa Jardin“ erlebt man diese Fragen hautnah und auf Schritt und Tritt.

Verschiedene Aspekte machen diese Armut aus.

Zum einen ist es das beengende Beton- Gebäude mit seinen viel zu kleinen Klassenräumen, für 40 Kinder sind diese nur gerade 40m2 gross, die Kinder sitzen dicht an dich. Die Klassenzimmer haben nur auf einer Seite Fenster gegen den Hof, die feuchte Luft kann kaum zirkulieren. Den ganzen Tag brennen Fluoreszenlampen.

 

Die spärlichen Bücher und Heftstapel türmen sich auf einem wackeligen Gestell, die Lehrkraft (vorwiegend Frauen) steht an einem kleinen Pult. In der Zimmerecke ist ein Verschlag überfüllt mit Material, ein Vorhängeschloss sichert Stifte, Leim, Papier, Besen etc. vor Dieben.

Das Schulhaus ist doppelstöckig, im Hof sind Toiletten und Wassertröge, vieles ist defekt, nicht sauber zu halten, unhygienisch. In einer kleinen Baracke ist der Kiosk, wo billige Pausen- Verpflegung verkauft wird. Vis a vis wurde eine Holzbaracke angebaut als zusätzlicher Klassenraum. Was übrig bleibt dient als Pausenhof, umgeben von hohen Betonmauern, vergleichbar einem Gefängnishof.

In den Pausen rennen die Kinder treppauf- und ab, um etwas „Dampf abzulassen“. Nicht selten kommt es zu Unfällen durch aggressives Verhalten und Verfolgungsjagden.

Das Gebäude steht am Fuss eines Hügels, auf dessen Kuppe ein grosses Wasserreservoir das Quartier bedrohlich überragt: im Falle eines Erdbebens könnte es bersten und das Wasser würde direkt die Schule überfluten. In einem solchen Fall wäre eine schnelle Evakuierung der Kinder unmöglich, denn der einzige Fluchtweg – ein grosses Eisentor – ist permanent mit mehren Schlössern verriegelt.

So besteht für 600 Kinder dauernd ein massives Risiko, auch das ist ein Armutsaspekt.

 

 

Die pädagogische Situation ist ebenfalls von Armut gekennzeichnet. An einer solchen Schule arbeiten Lehrkräfte, die keine gute Ausbildung genossen haben und keine Weiterbildung besuchen können. Sie sind schlecht bezahlt und versuchen häufig an besser gestellte Schulen zu wechseln. Dasselbe gilt für die Direktion. Das bedeutet, dass wenig Konstanz, Verbindlichkeit und Vertrauen herrscht.

 

Wie hilft Aynimundo ?

Trotz der beschriebenen Misstände arbeitet in der Schule „Villa Jardin“ein sehr engagiertes Team. Ein harter Kern von Lehrerinnen bemüht sich tagtäglich um einen humanen Unterricht. Auf der Suche nach geeigneten Methoden wurde Aynimundo vor drei Jahren um Unterstützung angefragt. Inzwischen hat die Schule die „aulas democraticas“ eingeführt (siehe separates Projekt). Seither hat sich vieles verbessert für Kinder und Lehrkräfte. Viele Kinder wurden lenkbarer, es gibt weniger aggressives Verhalten und es entstanden bemerkenswerte Projekte, wie Klassentheater, Puppenspiele, Textbüchlein und im Stundenplan gibt es Musikstunden, Malkurse und Modellieren.

 

Für eine Umsiedlung der Schule in einen Neubau auf anderem Gelände hat Aynimundo einen Masterplan erstellt. Der Ball ist nun bei der Regierung. Es ist zu hoffen, dass Behörden und Politik sich dafür einsetzen. Das ist nicht selbstverständlich, denn in Armenvierteln ist Korruption ein grosses Problem und Projekte können plötzlich blockiert, bekämpft oder unendlich verzögert werden.

Aynimundo wird nicht locker lassen!